Worte gegen den Wind ... Die Seite mit kritischer Lyrik und Satire

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Windstiller Morgen am Ufer der Weichsel

Wortergreifung

Zorniges Poem

Zwei 11. September

Zwei kurze


Siegfried Schüller

Frohe Botschaft
In der Kantine
schaut er dir auf den Teller
mit hungrigem Blick.
Am Straßenrand
bei der Fahrt übers Land
ignoriert er die Aussicht
blickt nur zu Boden.
Und was hat er angestellt,
dass er im Klassenzimmer
in der Ecke herumhängt?
Im Gerichtssaal
schaut er auf einen herab
und lehrt die Schuldigen das Fürchten.
Ein Plädoyer für die Todesstrafe? -
Obwohl längst abgeschafft?
Als Warnung, Drohung?
Wofür steht er
der ständige Wink mit dem Kreuz?
Welche Botschaft soll
der geschundene Leib verbreiten?
Die Römer ließen ihn
nach dem Tod vom Kreuz nehmen
seine Anhänger lassen ihn
seit Jahrhunderten dort hängen.
Womit hat er das verdient?
Was, wenn man ihn
nicht gekreuzigt, sondern
gehängt oder enthauptet hätte?
Ließe man ihn dann noch immer
am Galgen baumeln oder stellte
Kopf und Rumpf getrennt zur Schau?
Wozu dient ein Hinrichtungsinstrument
als Symbol des Glaubens?
Seht her! So enden
die nicht glauben
was sie glauben sollen!
Wer den Mund aufmacht
und sich gegen uns stellt
dem ergeht es wie dem da.
Also legt euch nicht an mit den Mächtigen!
Stellt euch nicht gegen die Ordnung!

 

Hier gibt's das Gedicht demnächst als PDF
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